Archiv für den Monat Oktober 2016

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Flut

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Ein Kommissar als Reiseführer – nebenbei werden zwischendurch auch noch 2 Morde aufgeklärt!

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Flut

KiWi-Paperback
ISBN: 978-3-462-04937-4
Erschienen am: 28.06.2016
448 Seiten, Klappenbroschur
Kommissar Dupin ermittelt
Bandnummer 5

Ohne Kaffee läuft es nicht rund!

Kommissar Dupin hat es aber wirklich nicht leicht, um 04:49 Uhr ereilt ihn ein Anruf, dass in der Fisch-Auktionshalle in Douarnenez eine weibliche Leiche in einem Abfallcontainer mit Fischabfällen gefunden wurde. Die junge Fischerin von der Île de Sein wurde regelrecht abgeschlachtet und auch die Fundstelle zwischen stinkenden Fischabfällen, ist eine echte Herausforderung! Zu allem Übel noch ohne einen Kaffee und auf nüchternen Magen ein echter Stimmungsdämpfer, denn Dupin ohne Kaffee, das geht gar nicht! Entsprechend chaotisch und hektisch laufen die Ermittlungen an, weil weit und breit kein Motiv in Sicht ist und der Ermittler entweder auf eine Wand des Schweigens trifft, wie bei der nicht besonders kooperativen Hafenchefin Madame Gochat oder auf viele Gerüchte stößt, die sich um den Patron der Fischer von Douarnenez ranken, mit dem sich die junge und engagierte Frau angelegt hatte.

Den Gewalten des Meeres und bretonischen Legenden ausgeliefert!

Wenig später erreicht Dupin die Meldung, dass auf Île de Sein eine weitere Fraueneiche gefunden wurde. Dupins Laune bessert sich nicht, da er nun auch noch gezwungen ist, gemeinsam mit Inspektor Riwal auf die Insel überzusetzen. Denn dem Kommissar, einem großen Bewunderer des gewaltigen Atlantiks, wird nicht selten flau im Magen, wenn er diesen Gewalten direkt ausgesetzt wird und das Meer nicht vom sicheren Festland huldigen kann. Die Insulaner entpuppen sich zudem als waschechte Bretonen, genährt von Aberglauben und Legenden, herrscht auf Sein eine ganz besondere Atmosphäre der Dupin sich nur schwer entziehen kann. Sein Assistent, Riwal, profunder Kenner der bretonischen Geschichte und Mystik, lässt keine Gelegenheit ungenutzt, sein Wissen mitzuteilen und trägt damit einen entscheidenden Teil dazu bei, dem Fall eine rätselhafte und okkulte Stimmung zu verleihen und seinem nüchternem Chef damit gehörig auf die Nerven zu gehen. Aber Riwal macht sich Sorgen um Dupin, den ein schlechtes Omen auf Sein ereilt.

Viele Spuren, aber weder ein braubares Motiv noch ein Täter in Sicht!

Beide Frauen haben auf der Île de Sein gelebt und obwohl sie einander kannten und gemeinsam beim Fischen gesehen wurden, lässt sich trotz des großen Engagements des Kommissars keine brauchbare Erklärung zu Täter und Motiv finden. Unter Hochdruck ermittelt der Kommissar im äußersten Westen der Bretagne und es stellen sich viele Fragen: Werden die alten Schmugglerrouten auf dem Atlantik wieder befahren? Gibt es Beweise für illegale Aktivitäten im Parc Iroise, dem einzigartigen maritimen Naturschutzgebiet, wo Delfine und Wale zu Hause sind? Und was ist von den Mythen des Meeres zu halten, von denen die stolzen Insulaner erzählen?

Ein weiter Mord bringt Dynamik und ein fulminantes und rätselhaftes Ende!

Als es zu einem dritten Mord kommt, wird der Fall zunehmend rätselhafter. Da Dupin und sein Team auf der Suche nach einem Tatmotiv nicht weiterkommen, konzentrieren sich diese darauf, dass enge Zeitfenster in dem die Taten verübt wurden zum Ermittlungs-Fokus zu machen. Dies reduziert zwar die Anzahl der möglichen Täter erheblich, bringt Dupin und sein Team aber keinen entscheidenden Schritt weiter. Die Ermittlungsarbeiten werden zu einem ständigem Hin- und Her zwischen Insel und Festland und enden schließlich in einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd. Trotz der Überführung des Täters wird der Fall nicht vollständig aufgeklärt und Dupin wird selbst Opfer der bretonischen Mythen und Legenden und muss akzeptieren, dass sich in der Bretagne nicht immer alles rational erklären lässt.

Fazit:

Eindrucksvolle Landschaftsbeschreibungen mit kulinarischen Highlights konkurrieren mit dem Kriminalfall und lassen ihn nur die zweite Geige spielen. Für echte Krimiliebhaber, die nicht schon Fans von dem schrulligen Dupin und seinen Helfern sind, sicherlich nicht der richtige Band, um diese für die Dupin-Krimis zu begeistern, für Bretagne-Fans ein interessanter Reise- und Geschichtsführer und für die Fans des Kommissars – wie mich – natürlich  mal wieder eine nette Begegnung, auch wenn wir mit Dupin schon bessere Zeiten erlebt haben. Mir hat es trotzdem gut gefallen und ich habe mich gefreut mal wieder vergnügliche Stunden mit Dupin und seinem Team zu verbringen, das spart mir den Urlaub in der wunderschönen Bretagne und ist ebenso erholsam und unterhaltsam für mich!

 

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