Rita Falk: Weißwurst-Connection

Rita Falk: Weißwurst-Connection

Deutscher Taschenbuchverlag

Preis: 15,90 €

Von Hotelbesitzerinnen in Nöten und Spezlwirtschaft……

Nieder Kaltenkirchen hat nach langem Hin und Her endlich ein schickes Hotel. Der Heimat-Winkel hat nicht nur die Stimmung im Dorf gespalten in Befürworter und Gegner, sondern auch seinem Besitzer einiges abverlangt. Der gute Mann hat leider das zeitliche gesegnet und die Witwe steht deshalb mächtig unter Druck was den wirtschaftlichen Erfolg angeht.

Eberhofers Spezln der Heizungsfuscher und der Metzger haben sich für ihre Geschäfte einiges mehr erwartet, aber man hat sich arrangiert. Der geplante Esoterik-Kongress sorgt das erste Mal für ein ausgebuchtes Haus, dumm nur, dass man kurz vorher die Leiche des Bauleiters in einer Hotelbadewanne findet. Frau Grenzbach, die Witwe das Hoteliers ist mit ihren Nerven am Ende und bittet ihre rechte Hand, Hr. Nüters, die Leiche diskret und vor allem unbemerkt von den esoterischen Gästen, abtransportieren zu lassen.

Stammleser werden sich wundern, aber Franz ist da die erste Wahl, wenn es um einen diskreten Komplizen für den Leichenabtransport geht. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut, denn eigentlich ist er ja als Dorf-Rambo bekannt. Natürlich vertraut er dabei auf alte Kumpane, die ihm schon immer in delikaten Angelegenheiten sehr nützlich waren. Der Richter Moratschek mit seiner Schnupftabak-Dosen, Günther, der Leichenfledderer und Rudi, ehemaliger Kollege und heute als Privatdetektiv tätig, erweisen sich dabei mal wieder mehr als nützlich. Rudi quartiert sich als Seminarteilnehmer im Hotel ein, um sich unerkannt dort mal umzuschauen. Seine Tarnung ist perfekt, rosa Jogging-Anzug und Klangschalen, verlangen dem Franz das äußerste an Toleranz ab.

Privat deutet sich auch eine Wende im Leben des Dorf-Scheriffs an, die Susi, sein Herzblatt, muss mit Paul dem gemeinsamen Sohn zeitnah  aus ihrer Wohnung ausziehen. Die Oma kann nicht nur kochen, sondern auch rechnen und schlägt deshalb vor gleich im Garten zu bauen. Aber bevor Franz sich mit seinem Oberschleimer-Bruder, Leopold, ein Doppelhaus teilt, muss einiges passieren und das tut es dann auch, inklusive der Tatsache, dass am Ende sogar der Papa wieder aus Spanien zurück ist.

Franz krieg endlich Dein Leben in den Griff!

Ich gestehe ich habe alle Eberhofer-Romane gelesen, 6 mal mit großem Genuss und immer mit einem Schmunzeln im Gesicht, beim letzten Mal habe ich durchgehalten und eine Formschwäche für die zähe Langeweile gehalten, gegen die ich angekämpft habe. Leider ist es nur kurz ein wenig besser geworden, es lag also nicht an der auserzählten Geschichte um den Papa. Franz ist das Problem – der lebt seit Jahren in einer On-Off Beziehung mit der Kindsmutter von Paul seinem Sohn und will sich offenbar nicht binden und hat dafür alle möglichen Ausreden parat. Diese Figur entwickelt sich nicht weiter und deshalb werden um ihn herum alle weiteren Protagonisten blass und die Lebendigkeit der Geschichte ist total erstarrt. Schade ich hatte hier endlich mal wieder auf köstliche Unterhaltung gehofft, Fehlanzeige. Es wäre schönen, wenn man Franz mal eine Auszeit gönnen würde, es hat keinen Sinn, sich alle zwei Jahre mit Ach und Krach eine müde Story auszudenken.

Fazit oder ich möchte es noch mal wissen – aber bitte erst zu Hause aufräumen Franz!

 Für mich diesmal nur 2 Sterne würdig, zu abgedroschen die Protagonisten, nichts Neues keine lebendige Entwicklung in Sicht, sondern immer wieder dasselbe, das halten auch die treuesten Lesern nicht auf Dauer aus. Ich glaube die Autorin sollte einfach dem Franz mal eine Pause gönnen oder wirklich radikal etwas an der Figur ändern. Nur Mut Frau Falk Menschen entwickeln sich weiter und auch Lesern ist es zuzumuten, dass der Franz auch mal neue Facetten zeigt. Ich wäre dabei und viele andere sicherlich auch, wenn sie dem Franz einfach ein bisschen Zeit gönnen, damit er sein Leben und seine Familie auf die Reihe kriegen kann und uns stattdessen mit anderen Geschichten überraschen. Wenn Franz dann als geläuterter Familienvater wieder aus dem Off-Kommt, werden wir ihn vermisst haben………

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4 Gedanken zu „Rita Falk: Weißwurst-Connection

  1. Anna C.

    Mir gefällt die Schreibe von Rita Falk sehr gut, daher hab ich auch dieses Buch mit Vergnügen gelesen- und denke das von dir geschilderte Problem ist erkannt, der Schluß bietet ja durchaus die Chance für eine Schaffenspause.

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    1. Ira Moritz Autor

      Ich eigentlich auch, ich habe alle Bände gelesen, bei diesem war es mir aber zuviel, es kann ja auch witzig sein, wenn der Protagonist mal eine neue Facette zeigt. Ich würde mich freuen wenn Eberhofer und Frau Falk da noch die Kurve kriegen.

      Gefällt 2 Personen

  2. Sandra

    Eine sehr schöne Rezension, der ich nichts hinzuzufügen habe. Ich habe in der Hälfte aufgegeben, und es kommt sehr selten vor, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese! LG Sandra

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